ADHS verstehen

ADHS verstehen – Kinder stärken, bevor Überforderung entsteht

ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) begegnet uns heute immer häufiger – im Familienalltag, in Kindergärten, Kindergruppen und Schulen. Viele Eltern und pädagogische Fachkräfte spüren: Irgendetwas ist anders, und gleichzeitig bleibt oft die Frage offen, wie man Kinder wirklich gut begleiten kann, ohne sie zu überfordern oder früh zu problematisieren.

Dieser Artikel möchte Wissen vermitteln, Zusammenhänge erklären und vor allem eines zeigen:
Frühe, alltagsnahe Begleitung kann viel bewirken – oft bevor Therapie oder Förderung überhaupt notwendig werden. 

Was passiert bei ADHS eigentlich?

ADHS ist keine Frage von Erziehung, Disziplin oder Motivation. 
Im Zentrum steht das Nervensystem – genauer gesagt die Fähigkeit zur Selbstregulation.

Kinder mit ADHS:

  • reagieren intensiver auf Reize
  • können Impulse schwerer steuern
  • haben Schwierigkeiten, Aufmerksamkeit zu halten oder zu wechseln
  • sind schneller über- oder unterstimuliert

Das Gehirn ist dabei nicht „defizitär“, sondern anders organisiert. Besonders betroffen sind jene Bereiche, die für Aufmerksamkeit, Emotionsregulation, Planung und Impulskontrolle zuständig sind.

Wichtig: Viele dieser Besonderheiten zeigen sich bereits im Kindergartenalter, lange bevor an eine Diagnose gedacht wird.

Warum frühe Begleitung so entscheidend ist

Was viele nicht wissen: Sehr viele Erwachsene leben mit ADHS – ohne Diagnose. Sie haben gelernt zu kompensieren, anzupassen, durchzuhalten. Oft berichten sie von:

  • chronischer Erschöpfung
  • innerer Unruhe
  • Konzentrationsproblemen
  • dem Gefühl, ihr Potenzial nicht ausschöpfen zu können

Nicht selten entwickeln sich daraus im Laufe des Lebens depressive Verstimmungen, Abhängigkeiten, Suchtthematiken oder andere psychische Belastungen. Viele stehen mit beiden Beinen sehr erfolgreich im Berufsleben. Wir finden Sie häufig in der Start-Up Szene, in der Projektarbeit, aber auch in allen anderen Berufen.

Der gemeinsame Nenner ist häufig: Selbstregulation wurde nie ausreichend gelernt. Aber genau hier liegt auch die große Chance der Früherkennung.

ADHS im Kindergartenalter – begleiten statt korrigieren

Ich bin davon überzeugt, dass es ganz andere Gruppengrößen, andere Lernmethoden und andere Angebote für ADHS Kinder im Kindergartenalter braucht. Wir müssen beginnen die Spiel- und Lernräume nach den Bedürfnissen der Kinder zu schaffen und nicht zu versuchen, Kinder mit oder ohne Diagnose in ein vorhandens Schema zu pressen. Nevertheless, das ist eine eigene Geschichte. Was aber in allen Fällen wichtig ist – dass wir Methoden mit den Kindern erarbeiten, die ihnen im Alltag und in der Orientierung helfen. Im Sinne der The Lelek-Idea (TLI) geht es nicht darum, Kinder „passend zu machen“, sondern sie in ihrer Entwicklung zu begleiten.

Das bedeutet:

  • das Verhalten als Signal zu verstehen, nicht als Störung
  • den Körper als Schlüssel zur Regulation zu nutzen
  • Sicherheit, Beziehung und Struktur anzubieten
  • Kinder spielerisch dabei zu unterstützen, bei sich anzukommen

Gerade im Kindergartenalter sind körperbasierte, sensorische und bewegungsorientierte Übungen besonders wirksam – weil sie direkt auf das Nervensystem wirken.

Warum praktische Übungen so wirksam sind

Kinder regulieren sich nicht über Erklärungen, sondern über:

  • Bewegung
  • Wahrnehmung
  • Rhythmus
  • Wiederholung
  • Beziehung

Schon kurze und einfache Übungen können helfen:

  • innere Unruhe abzubauen
  • Aufmerksamkeit zu bündeln
  • Übergänge besser zu meistern
  • Emotionen früher wahrzunehmen
  • Stress im Alltag zu reduzieren

Wichtig dabei ist nicht die perfekte Durchführung, sondern die regelmäßige, alltagstaugliche Integration. Wiederholung is the key – können wir sagen, denn Ziel ist es Habituationen zu erschaffen – also Gewohnheiten, Rituale, Konditionierungen, auf welche Kinder in Stresssituationen zugreifen können. Und, diese müssen einfach sein und oft wiederholt werden, sodass sie dem Kind natürlich werden.

Weniger Theorie – mehr Alltag

Genau aus diesem Grund legen wir bei LELEK großen Wert auf praxisnahe Wissensvermittlung.
Eltern und Pädagog:innen brauchen keine komplizierten Modelle, sondern:

  • ein Verständnis für das Warum
  • konkrete Ideen für das Wie
  • Sicherheit im täglichen Tun

Unser Zugang bei LELEK

Wir sind überzeugt: „Kinder brauchen keine frühen Etiketten. Sie brauchen Verständnis, Beziehung und Methoden, die sie stärken.“ ADHS ist kein Defizit – sondern ein Hinweis darauf, dass ein Kind mehr Unterstützung in der Regulation benötigt. Wenn wir früh beginnen, können wir viel Leid verhindern – und Kindern Wege eröffnen, die sie ihr Leben lang tragen.“ ADHS können wir nicht wegmachen. Es ist als Krankheit definiert und muss auch als solche betrachtet werden, aber es ist auf jeden Fall ein, wenn gut begleitet, mit der jede/r sehr gut leben kann.

Angebote der LELEK Akademie

Schon seit vielen Jahren hält Mag. Christine Strableg, Familien- und Kinderpsyhologin und Diagnostikerin an der Lelek Akademie die ZOOM.Kursreihe „Fachkraft für Entwicklungsbegleitung“ mit der sie vor allem Fachpersonal und Stützkräfte in elementaren Bildungseinrichtungen für besondere Lebenssituationen und Verhaltensthematiken fit macht. ADHS ist in der Kursreihe als Modul vorhanden. Seit 2025 bieten wir auch regelmäßig 2-stündige ZOOM und Präsenz Kurzkurse zum Thema „Einfache Übungen für ADHS Kinder-Garten-Kinder“ an. Wenn dich das Thema mehr interessiert, so schau einfach mal unter Termine nach, ob du findest, was du suchst und falls nicht, schreibe uns gerne eine Email an office@lelek.at