Pikler Pädagogik

Wesentlich ist, dass das Kind möglichst viele Dinge selbst entdeckt!

                                                       – Emmi Pikler

 

Die Pichler Pädagogik richtet sich vor allem an Kinder unter drei Jahre und wird in Spielgruppen, wie in Betreuungseinrichtungen eingesetzt. Oft sind die Ansätze von Pikler integriert und gemeinsam mit anderen alternativen Ansätzen vorhanden.

In der Pikler Pädagogik steht die Neugierde des Kindes und der Eltern für das Kind im Vordergrund. Die Eltern lernen, die Entwicklungsbedürfnisse ihrer Kinder kennen, sie verstehen und begleiten, indem sie ihnen Raum zur Entfaltung geben.

Die Pikler-Ausbildung ist für KleinkindpädagogInnen. Sie ermöglicht ein vertieftes Verständnis der frühkindlichen Entwicklung. Es geht um einen Bewusstseinswandel in der Kleinkindpädagogik.Diese Pädagogik wurde von der ungarischen Kinderärztin Emmi Pikler entwickelt. Sie gründete das Pikier-Institut in Budapest. Ihre feinen Beobachtungsgabe und intensiven Forschungstätigkeit verdanken wir einen Bewusstseinswandel in der Kleinkindpädagogik. 

Ausgangspunkt ist zum einen die Bedeutung beziehungsvoller Pflege für den Aufbau von Vertrauen und emotionaler Sicherheit sowie für Gelegenheiten zu sozialem Lernen, zum anderen der Stellenwert einer autonomen Bewegungsentwicklung und des freien Spiels für die Persönlichkeitsentwicklung kleiner Kinder.

Diese Kleinkindpädagogik prägt die Autonome Bewegungsentwicklung und das freie Spiel, die Beziehungsvolle Pflege und soziales Lernen, die Vorbereitete Umgebung, die Rolle des Erwachsenen und die Kinder miteinander.

In der Piklerpädagogik gibt es vier Prinzipien:

  • Respekt vor der Eigeninitiative des Kindes und die Unterstützung seiner selbständigen Tätigkeit
  • Unterstützung einer stabilen persönlichen Beziehung des Kindes zu relativ wenigen, aber vertrauten Bezugspersonen
  • Bestreben, dass sich jedes Kind angenommen und anerkannt fühlt
  • Förderung des optimalen  körperlichen Wohlbefindens und der Gesundheit des Kindes.

 

Um das zu erreichen, sind nach der Pikier-Pädagogik insbesondere drei Aspekte wichtig:

  • Pflege, die als behutsame körperliche Versorgung und als Kommunikation mit dem Kind geschieht und immer darauf achtet, dass das Kind nach eigenem Wunsch beteiligt wird
  • Bewegungsentwicklung, die das Kind aus eigenem Antrieb und nach eigenem Rhythmus macht, ohne die lenkenden und beschleunigenden Eingriffe des Erwachsenen
  • Spiel, das frei und ungestört in einer geschützten, altersgemäß ausgestatteten Umgebung stattfindet.

 

Die Grundsätze der Pikier-Pädagogik lassen ich auch zuhause umsetzen:

  • Sprechen Sie bei allem, was Sie tun, mit ihrem Kind.
  • Warten Sie bis Ihr Baby bereit ist mitzumachen.
  • Lassen Sie sich Zeit, und seien Sie voll bei der Sache.
  • Schaffen Sie Sicherheit durch bekannte Abläufe.

Pikler Kurse werden heute in immer mehr Städten abgehalten und angeboten. Sie sind für Eltern und betreuende Personen in der Kleinkindpädagogik hilfreiche Wege zur Neuorientierung.